Alamannen, Burgunder, Gallo-Kelten/ Rhäter-Etrusker: Unsere gemeinsamen kulturellen Vorfahren


Die Frage nach der Geschichte ist die Frage nach Quellen. Seit der Verfasser circa 1983-6 mit  seiner selbst quälerischen  Fragerei auf einem IBM 6580 (DOS 1.0)  begann, finden sich im Internet am 4.4.2004 rund 20 Jahre später viele Hinweise auf mittelalterliche Quellen. Nehmen wir das Suchresultat am 4.4.2004 in Google.

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das 826 Treffer realisierte. Das Resultat wird bei Ihnen später ja sicher anders anders laufen.  Der Traum, dass sich die Forschung intensivieren möge, ist nur ansatzweise erfolgt. Denn die Thematik ist und bleibt weit zurück. Nur eines ist heute zu berichtigen. Das Mittelalter war alles andere als dunkel und es war nicht Barbarei.  Es bestehen Studien von  Erlanger Historikern  zu einer Mittelalterliche Geschichte mit Hinweise auf elektronische Quellen. Es mag die Suche nach vielen dieser Quellen erleichtern und das Bearbeiten ohne den Gang in die Bibliothek. Doch viele versuchen die Arbeiten auf CD's etc. zu verkaufen, was diese Arbeit momentan wieder zunichte macht, denn niemand kann sich alles leisten. Die Zerstörung und Verfälschung, das Stehlen von Originalen wird durch die Digitalisierung verhindert und der Zugang erst ermöglicht. Eine Forderung aus der Zeit der Anfänge ist durch den technischen Fortschritt leistungsfähiger EDV-Systeme ermöglicht worden. Dennoch ist damit erst eine Voraussetzung geschaffen worden. Die Arbeit kann erst beginnen und die grundsätzliche Aufarbeitung der Geschichte ist und bleibt aufgegeben.  Es ist grundsätzlich falsch und wissenschaftswidrig, diese Resultate nicht gratis und öffentlich ins Internet zu stellen. Diese Kleinlichen bringen sich gleich wieder um die Früchte ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Es besteht natürlich die immanente  Gefahr, dass, angesichts der Halbwertzeiten des Elektronik, sich unsere Daten selber zerstören, ohne Fremdeinwirkungen, oder dass es keine Lesegeräte mehr geben wird. Deshalb müssen entsprechende EDV-Museen diese konservieren und wiedergeben können. Das Internet nennt denn auch viele Bücher und elektronische Quellen, die man bestellen kann. Auch geschriebene Quellen sind unumgänglich, so Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter, in 2 Bdn., Bd.1, by Wilhelm Wattenbach, Franz J. Schmale, Irene Schmale-Ott, Dieter Berg, Irene Schmale. Wer  für das Mittelalter  "Deutschland" sagt, meint damals immer ganz  Europa, ja Konstantinopel, also auch die Schweiz. Gemein(t) ist damit, dass diese Geschichte, welche das römische Reich auf- und ablöste germanisch war, gotisch, fränkisch etc., heute also aus heutiger Sicht - sprachlich - nur noch "Deutsch" na ja auch Deutschweizerisch zu lesen ist, nicht französisch, oder englisch, oder russisch. Mit diesem "Vorwort" neu vom 4.4.2004, lasse ich denn dieses Kapitel wieder - leicht ergänzt, stehen: Die Hoffnung es einmal aufzuarbeiten, bleibt natürlich.                  Ulrich Seiler


So interessiert denn die germanische Geschichte als die Entwicklung (meist Kampf) zwischen -200 bis 1.1.406, bis das römische Reich germanisch geworden war. Das germanische Betriebssystem brachte erst 1874 unsere Demokratie hervor, aber auch die Aristokratie. Wichtig ist die Kenntnis des germanischen Betriebssystem deshalb, weil es insbesondere unsere Besonderheit der schweizerischen Gesellschaft hervorgebracht hat. Die Kenntnis der Fakten und Ereignisse, unserer Geschichte, führt nicht am germanischen vorbei. Wir müssen ein Tabu ablegen, die anerzogene Angst vor germanischem Ablegen. Erschwerend ist, dass im Dritten Reich, verfälschter germanischer Symbol-Mythos verwendet wurde. Auch solche Geschichtsverfälschungen müssen erkannt und überwunden werden.

Einmal kann die Kraft und das Potential mythischer Geschichtslügen vorgeführt werden. Dies soll hier nicht mit dem Blick auf die Nazizeit geschehen. Denn das wäre ein ganzes Kapitel für sich.  Es genügt deshalb, mit dem Blick in die frühe Geschichte, alles Nazi- und Hitlertum hier auszugrenzen oder noch besser, hier einmal - nur im Blick auf die Vor-Nazizeit - kurz einmal zu "vergessen".   Aber auch dies ist nicht ganz einfach. Einmal hat sich das Naziregim germanischoïder Symbole bedient, welche neue Inhalte erhielten, welche wir heute ablehnen. Diese Uminterpretationen von alte Inhalten, als "Lügen" prägen eine schmerzliche Zeit unserer Geschichte: Die des zweiten Weltkrieges. Die Bewältigung der Geschichte bietet viel Platz für die Interpretation neuer Unwahrheiten, und bewusste Veränderung der Interpretation der Geschichte, also für "Lügen": "Die Holocaust- Verneinungs- Lüge und ihre repressive Verhinderung" stellt deshalb ein solches brisantes Thema dar, welches hier,  nicht behandelt, sondern nur als ein Beispiel historischer Lügengebilde erwähnt wird.

Kurz sei die frühe germanische Geschichte hier zusammengerafft wiedergegeben. Wer mehr davon lesen will, für den sei auf Ernst F. Jung, Die Germanen, und die dortige Literatur, weiter sei auf Rudolf Pörtner, mit dem "Fahrstuhl in die Römerzeit" verwiesen.

Tacitus und Flavius Josephus, ein jüdischer, griechisch Schreibender, in Rom lebender Historiker, beschreiben um 100, die Geschichte der Jahre 70 gleich wie Tacitus in den "Historien". Die germanischen Bataver um Julius Civilis, dem Anführer einer römischen Auxiliarkohorte, ein romanisierter Germane, aber eben Germane, wurden als römische Kolonen (Siedler) rechtsrheinisch von Galba, gegen das Geheiss Neros angesiedelt. Der Vertrag (Foedus) sah vor, dass die Bataver ein Heer von 10.000 Mann zu stellen hatten, "frei von Steuern, vorbehalten nur für den Kampf ...". Julius Civilis erreicht am Thing einen Aufstand. Darin waren die Germanen stark, denn man kämpfte und starb fürs jenseitige Leben gern. Entscheidend war die Rolle der Seherin Veledes aus dem Stamm der Brukterer. Sie sagte im  Orakel, "Kriegsglück und den Siege gegen Rom voraus" den Zusammenschluss vieler ungeeinter Germanenstämme. Der römische Generalissimus Petilius Cerialis, besiegte die Germanen dank List, dem Verrat von Zülpich und einem historischen Schäferstündchen mit Claudia Sacrata, einer Ubierin von germanischem Charme, dank welchem er der nächtlichen Gefangennahme auf seinen Kriegsschiffen durch die Bataver entging. Der Vertrag brachte den Batavern Land, einen Vertrag und Rom sichere Verbündete. Veleda aber, das Herz der Verschwörung, hatte ihre Schuldigkeit getan. Sie wurde nach Rom verschleppt und erlitt das Schicksal einer Thusnelda. Ein Gräberfeld in Krefeld-Gellep zeugte von den toten Germanen dieser Schlacht, 5000 an der Zahl, gefallen im November 69*. Kaiser Vespasian führte die Limespolitik ein, welche auch die rechtsrheinische Kolonisierung durch Germanen einschloss. Sie brachte vorübergehend Ruhe für die Römer.

Derweil zerfleischte sich die zahlreiche Jugend und germanisierten Slawen und wer immer als "Germane" sterben wollte. Für jeden Toten, so schreiben die Römer,  gab es 10 neue Krieger. In fast rituellem Kampf schlachteten sich die Germanen auch gegenseitig ab, anstelle mit den Römern, wie Tacitus belustigt feststellte. Diese Germanen mussten kämpfen und wollten im Kampf sterben. Es war ein heroisches gegenseitiges Abmetzeln. Voraussetzungen dafür bildeten die germanischen Tugenden der Fortpflanzung zwecks Hervorbringen von Kriegern, welche für die Schweiz so typisch noch bis ins 19. Jh. die fremden Kriegsdienste "Risseckle" und den Ruhm der Schweizer, verewigt im Luzerner Löwendenkmal, hervorbrachte, Relikt bleibt heute noch die Schweizer Garde im Vatikan. Die überschüssige, weil landlose Bauernjugend und jegwelche Zuwanderungswillige (also keine reine Rasse, sondern Kulturell geeinte, gewissermassen  im Betriebssystem Dazugehörige!) stellten sich zum Kampf, welches in der schweizerischen spätmittelalterlichen Epoche zum eigentlich Handwerk der Reisläufer der feudalen Fürstenhöfe geworden war. Die Diskussion ist  (14.3.2000) wieder geöffnet, mit der Bewaffnung von Schweizern  im Kosovo, innerhalb der KAVOR.

Massgebende Treibkraft war die Mythologie, nach dem Tode ein schönes Leben in der Walhalla zu erhalten. Da das Leben an sich schwer war, lässt sich die typische Todessehnsucht der Germanen, leicht erklären.  Sie ist vergleichbar und erklärt die auch die heute noch etwas dem keltischen verwandte esoterische irrationelle Todes Sehnsucht bei massenkollektiven Selbstmord von   kollabierenden Sektenmitgliedern, wo nicht selten nachgeholfen wird.

Die nachdrängenden germanischen Volksgruppen, wurde ab 166 in kleinen Gruppen, als Belohnung für harten Widerstand von den Römer ein Foedus, eine Art Waffenstillstand angeboten, immer dann, wenn die Römer taktisch den Endsieg nicht erringen konnten. Cäsar hatte diesen Brauch mit den Umbrern angefangen, diese im Elsass angesiedelt um sie dann nach den übrigen geschlagenen Schlachten ohne Rücksicht auf Frau oder Kind möglichst vollständig niederzumetzeln. Ein anderer beliebter Treuebruch "römischer Diplomatie" bestand darin, die Gesandten-Führer einfach niederzumetzeln, sodass die Gegenseite keine Führer mehr hatten. Die Römer standen den als gerne als Barbaren beschimpften Germanen in nichts nach, an Treulosigkeit und Kriegsverbrechen, als welcher Gesandtenmord galt, waren sie wahre Lehrmeister. Wer aufgrund seiner humanistischen Gehirnwäsche, diese Tatsachen römischen Imperialismus übersieht und das Germanentum, mit seinen heute als Greueln empfundenen Lebensweisen unverstanden ablehnt, zeigt sich geschichtlich als betriebsblind und voreingenommen. Marc Aurel liess Germanen, als Ersatz für die dezimierten römischen Colonen, ab 166 hinter dem Limes siedeln. Sie mussten gegen ihre Brüder kämpfen. Dem Germanen war es aber gleichgültig, für welchen Herren er sich schlugen. Für seinen jeweiligen Herren schlug er sich loyal und bis zur letzten Konsequenz. Germane liebte den Kampftod, als Konsequenz des Wallhalla-Mythos.

Bis zum 3. Jahrhundert, brachten sich die Germanenvölker gegenseitig zu zehntausenden gegenseitig um, was dem Geschichtsschreiber Tacitus sichtlichen Gefallen aus römischer Sicht machte. Die wachsenden kinderreichen, landlosen jungen Leute und Nachwanderer aus dem Osten (!) wurden nicht müde sich gegenseitig niederzumetzeln, da der Weg nach Süden blockiert war. Es handelt sich hier um eine Art germanischem Nationalsport, der den Schreibenden an holiganische Zustände in britischen, belgischen oder deutschen Fussballstadien erinnert, wo die Schlägereien mit Toten enden und wo faschistoide Gruppen für ihre scheinbar sinnlose Gewalttägkeit ein Tätigkeitfeld suchen. Scheinbar sinnlose Gewalt spielt sich auch in Irland ab, wo junge Leute der sonstigen Inhaltslosigkeit ihres Lebens einen "heiligen Krieg" liefern. Ähnliches findet sich in der Infahta, wo jüngste Menschen sich gegen das Getto ihres Daseins auflehnen. Gewalt ohne Rücksicht auf Frauen oder Kinder, mit Schändung des Gegners findet sich noch bis ins Jahr 2000 im ehemaligen Jugoslawien, nur berichtet dort die Presse darüber. Das Haager Kriegstribinal mit Carla Del Ponte, arbeiten an der justiziablen Aufarbeitung.  Hier ist es der aus römischer Sicht Schreibende Tacitus. Jede Gewalt weist immer eine mythologische und eine geschichtliche Komponente auf, aus welcher sich "erklären" lässt.

Nach dieser gegenseitigen Ausrottungsphase, an welcher die Römer nicht nur Zuschauer waren, bildeten sich anfangs 200 bis 300 neue Gruppen: U.a. die Namen als Franken, Alamannen, Burgunder, Sachsen, Langobarden, neben den Altstämmen wie Friesen, die mehrmals römischerseits als ausgerottet gemeldeten Chatten-Hessen, Hermunduren-Thüringer. Offensichtlich gab es eine Bewegung, welche den scheinbar sinnlosen Bruderkrieg, die Massenblutrache blutiger Schwüre in neue Bahnen lenken wollte, man wandte sich wieder römischen Gebieten zu. Anlass dieser Kehrtwende waren diejenigen Germanen, welche in römischen Diensten die römische Kriegführung und Taktik erlernt hatten. Seit dem Einsatz von taktischer Kriegführung waren die Germanen nun plötzlich nicht nur tapfere Walhalla Wanderer (die Todgeweihten grüssen), sondern kriegerisch erfolgreich. Die FRANKEN bildeten sich vorwiegend aus dem Stamm der Istväonen. Sie lernten die römische Taktik, welche sie zu Herrschern über das erste vereinigte Europa bis nach Afrika machte, angefangen bei Karl dem Grossen. Nordseestämme scharten sich zu den SACHSEN zusammen. Aus markomannischer, quadischer, burischer, suebischer Stammes-Herkunft bildeten sich BAYERN. Aus suebischen Semnonen, Usipetern und Tenkterer, dem Reitervolk, welches dem Gemetzel Cäsars entkommen war, das Volk der ALAMANNEN. Unter diesen Gruppierungen haben wir ein Bündnis zu verstehen, welcher sich zusammenfand um einen bestimmten neuen Plan zu verwirklichen. Ein nicht erneuertes Bündnis bedeutete Krieg, zwecks neuer Bündnissuche.  

Kaiser Carcalla liebte alles Germanische. Seine prätorianischen Leibwächter waren bedingungslos ergebene "Blondschöpfe" Germaniens, welche sich ohne jede Rücksicht auf Leib und Leben hinmetzeln liessen. Die Politik Carcallas setzte die Politik römischer Diplomatie fort, man brachte die germanischen Fürsten um und kaufte sich dessen möglichen Nachfolger, welche er gegeneinander auspielte, bzw. auskaufte. So erging es dem anstürmenden Alamannenfürsten Gaibomer, den er 230 nach dem griechischen Historiker Cassius Dio umbrachte. GOTEN, GEPIDEN, HERCULER, BURGUNDER, VANDALEN (Karte: Ausbreitung in Afrika um +500), WISIGOTEN strebten alle weg vom Nebel der Nibelungen, hin nach dem warmen fruchtbaren Süden.

In den Gebieten diesseits des Limes wurden vereinzelten romanisierten, germanischen, pensionierten Krieger Land abgegeben. Sie kümmerten sich um die ehemals römischen Leten. Die Germanen mussten, daneben auch Söldner stellen, wie alle zur Siedlung dies- und jenseits des Limes Angesiedelten. Krieger konnte aber auch bei den Römern nur römische Bürger sein. Es sollte ihnen nicht lange gut gehen. 259-260 durchbrachen zuerst die Alamannen den Limes, ihnen folgten die übrigen Gruppen entlang dem 550 km langen Wall. Diese Germanen der ersten Generation wurden zusammen mit den Franken, die Erben Roms. Auf die geht das römische Reiche, Deutscher Nation zurück. Die Alamannen besiedelten das Gebiet des Elsass, in welchem die Römer die Ubier vertrieben hatte. Sicher auch Obwalden wo Rmao-Germanen die abziehenden Römer ersetzten, als Provisorium. Die Römer kamen nicht mehr zurück. Diese Prim inter pares warteten auf die folgenden Zuzüger.  Die Gruppen erreichten nun kraft eigener Macht und römischer Legitimität als späteres "Römisches Reich deutscher Nation". Sie setzen römische Politik fort und schlossen   ebenfalls günstige Verträge ab und erteilten das Recht auf neue  Siedlungsgebiete. 

Entscheidend für die "Europapolitik" wurde die um 250 erfolgte Ansiedlung eines Teiles der Franken im Pariser Becken. Sie, nicht die Franken des Jahres 506, die bereits römische Erziehung, politische Taktik, mit den germanischen Tugenden verbanden, bestimmten nach Kurt Brückner, in der Folge die Geschichte des damaligen Europa's*. Entscheidend waren die archäologischen Grabungen und die Tatsache, dass zuerst die Franken ab dem 3. Jh. sich wieder in Reihengräbern, west-ostgerichtet beisetzen liessen. Die Alamannen und die übrigen Verbündeten taten es ihnen gleich. Für die Römer, Tacitus schrieb es immer wieder, war es unglaublich, dass die Germanen mit ihrem Volksubstrat derart verschwenderisch umgehen konnten, für jeden toten Germanen, kamen 10 nach. Zwei germanische Eigenschaften waren dafür verantwortlich. Die Gebärwut der Germaninnen einerseits, die zusammen mit den Konkubinen für Geburtennachwuchs besorgt waren, anderseits die Nachströmenden Ostvölker, die sich kulturell schnell anpassten,   germanisierten, sowie anderseits der Wille der männlichen Germanen möglichst bald, als im Krieg tapfer Gestorbene, der Vorbestimmung der Nornen zwingend folgend,  als Wiedergeborene in der   Walhalla, in den Germanenhimmel zu gelangen und dort möglichst jung den Heldentod zu sterben, lieber als "landlos" zu altern: Dies erklärt  die sieglosen, ja fast sinnlosen selbstvernichtenden Kämpfe mit den Römern. Erst die Einführung der siegwollenden (christlichen!) Taktik brachte die Änderung in der Weltgeschichte  Für die ersten Germanen war Krieg Selbstzweck! Sterben im Krieg für ein besseres jenseitiges germanisches Jenseits- und Endkampf-Lebens. Noch heute entscheidet längerfristig die Geburtenrate einerseits und die Anpassungs- bzw. die Eingliederungsgeschwindigkeit über den Fortbestand einer Kulturform und deren Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit. Kommt einer eine neue starke Kulturform, so wird ein Rom überwunden und nicht nur  germanisiert, sondern christianisiert. So sind starke exklusive Kulturen prädestiniert sich über Jahrhunderte hinweg durchzusetzen. Das Christentum setze sich erst ab 746 in unseren Teilen durch. 

Wo die Römer blieben, teils neu ab dem 3. Jh. nun als Roma - Vasallen der Germanen, wurde das Christentum akzeptiert. So findet man es eindrücklich in den römischen Friedhöfen Spaniens wie in Tarragona, in Süddeutschland und in Frankreich. Hier setzt auch die germanische Aufzeichnung ein, als Fortsetzung des römischen Aufzeichnungen Chroniken. Dies wurde von den germanischen Stämmen, welche sich als Erben Roms betrachteten  ebenso übernommen, wie es in kirchlichen Institutionen und  den Klöstern ab- umgeschrieben wurde, bis es von Karl dem Grossen gesammelt wurde.  Es seien nur Namen genannt: Hyppolit von Rom (Werk bis 234), Sextus Julius Africanus, Eusebius von Caeserea (264 - 339+), Hieronymus (345-420+), Augustinus (354-430), Cassiodor (Gotengeschichte), Gregor von Tour   (Bibliographisches Kirchenlexikon (Frankengeschichte), Paulus Diakonus (Langobarden), Widukind von Corvey (Sachsen), Severin (8.1.482+) Eugippius, Fredegar (Liber Generationis bis 334, Basis Hieronymus),  Quelle: Wattenbach/Dümmler/Huf, Deutschlands Geschichtsquellen, 1991 Phaidon Verlag). Es versteht sich von selbst, dass man als Sieger die jeweilige Geschichte ja die Kultur des Unterlegenen oder Bekämpften so gut als möglich  zerstörte, umschrieb, verbesserte.  Dasselbe geschieht bis heute, immer wieder.  Dieser Teil der kritischen Geschichte

Rom lebte lange Zeit von der romanisierten Germanen, als Krieger gegen die Brüder im Norden. Dies war in der Konstellation des Germanenhimmels möglich. Es war praktisch unbedeutend, wie man in den Germanenhimmel gelangte, da jedes Schicksal vorbestimmt war, gab es (fast) keine, oder  moralische Schwellen. Salvianus von Marseille wusste und beschrieb warum die Germanen, im Gegensatz zu den Römern derart stark waren: "Fast alle Stämme der Barbaren trinken Römerblut und reissen uns die Eingeweide aus dem Leibe.... Warum? Keine unserer Städte ist frei von Lasterhöhlen, von Verbrechen und Sumpf- mit Ausnahme jener, die jetzt den Barbaren gehören." Weit verbreitet war auch die Ansicht, es sei die Intoleranz der Christen, gegenüber dem germanischen Thor-Glauben und den Sitten, welche für den Untergang Roms verantwortlich sei. Noch heute benützen wir germanische Symbole. Wer z.B. sagt: "Das ist der Hammer!" Meint den Hammer Thors!  Die Christen mussten für diese Intoleranz oftmals leiden. Es war ein Preis den es für eine neue Idee gegen eine starke römische Gesellschaft bezahlte und als die Opposition physisch vernichtet wurde. Als die Christen den Römern den Sieg brachten, wurde es zur Staatsreligion. 

Erst die Symbiose zwischen Christentum und Germanen brachte den beidseitigen Durchbruch. Ende des 4. Jh. bestimmte der Gote Aspar die Politik Ostroms und im Westen der Suebe Rikimer, der Enkel des Westgotenkönigs Vallia. Vallia regiert 16 Jahre lang, er bestimmt aus den Römern vier Pseudokaiser.

Am Römerreich interessierte die streitenden Germanen-Stämme das Symbol der Macht. Durch Heirat und Kampf verhiess "Rom" Ansehen und Machtanspruch. So wurden Thor heilige Schwüre geschworen, welche durch Krieg und Kampf erkämpft werden mussten, den Weisungen der germanischen Seher-, Priesterfrauen, Nornen gewiesen, folgend. Etzel-Attila-Godegisel, der Hunnenfürst, stritt sich mit den Germanen. Auf seiner Seite kämpfte Ost-Rom, das er besiegt hatte. Sein Gegner war Valentinian III, der Kaiser Westroms. Es ging um die Schwester Valentians, die Tochter des Galla Placidia, die Enkelin Theodosius des Grossen. Valentinian hatte die Werbung Attilas für Grata Justa Honoraria abgewiesen, den geforderten Tribut von 2100 Pfund Gold jährlich verweigert. Der Kampf fand 451 in den katalanischen Ebenen in Gallien, zwischen Troyes und Metz statt . Auf der einen Seite standen vom Statthalter Restgalliens Flavius Aëtius vereint: Römer, Franken, Sachsen, Westgoten, Burgunder, katholische Christen, arianische Christen und die thorgläubigen Germanen. Das germanisch-römische Dach stand erstmals über Europa. Ohne Germanen, wäre Europa dem Ansturm der Hunnen erlegen. Germanen bestanden aus Ostgoten und Gepiden. So kämpften auch hier Germanen gegen Germanen und es störte sich niemand moralisch daran: 200'000 Krieger fielen angeblich. 15.000 am Vorabend, als Franken und Gepiden aufeinanderstossen und ihre Kampfeslust nicht zähmen konnten. Aëtius leitet die Strategie, er besetzt einen Hügel. Der Westgote Theoderich von Aquitanien fällt, sein Sohn Thorismund, verwundet, muss herausgehauen werden. Attila wollte sich auf den Pferdesätteln verbrennen lassen, als das Schlachtglück sich wendete. Doch germanische Uneinigkeit rette ihn. Anstelle der früher eintreffenden römischen Reservekrieger, streiten sich die Germanen schon um die "Kriegsehre und Beute". Thorismund, Theoderich's Sohn, den man schon als neuen König ausgerufen hatte, wird ermordet. Sein Bruder Theoderich II wird 480 ermordet. Etzel (Attila) wird im Hochzeitsbett ermordet. Auf der Flucht vor Attila gründen die Bewohner Aquileia, das spätere Venedig, als Fluchtstätte. Attila stirbt in der Hochzeitsnacht mit der burgundischen Prinzessin Idiko- Hilde- Kampfmaid an einem Blutsturz oder, was viel wahrscheinlicher ist, vom Dolch seiner germanischen Frau. Wahrlich, es war nicht einfach von einer feindlichen Germanin geliebt zu werden. Blutrache beherrschte die Handlungen: Für den Überfall der Hunnen auf Worms. Besungen wird dies im Nibelungenlied der Bänkelsänger. Feldherr Aëtius, der Sieger über Attila, wird seinerseits vorsorglich von Kaiser Valentinian ermordet, welcher Angst hat, vor einem möglichen Soldatenkaiser. 493 wird der Ostgote Theoderich-Diethrich von Bern, König der Ostgoten, in Ravenna von Theoderich niedergemacht. Man darf nicht sagen ermordet. Nach germanischer Sitte war Zweikampf normal. Es war nur verboten den Leichnmam zu morden, d.h. ein schickliches heidnisches Begräbnis zu verhindern. Denn nach germanischem Brauch ging der Leichnam in die Walhalla, in ein besseres Leben. Wer überlebte, dem hatten die Nornen das Schicksal vorausbestimmt. Und mit dem Schicksal haderte man nicht. Es war germanischer Brauch und Sitte, einen direkten Widersacher im offenen Kampf niederzuringen. Es war im Mittelalter erlaubt, im Krieg zu sterben. Zweikampf und Krieg waren und sind erlaubte Mittel zum Erreichen eines wirtschaftpolitischen Zieles. Dasselbe gilt heute nach geltenden internationalen Kriegs- und Völkerrecht. Theoderichs Tat geschah während des Essens, dies mach germanischem Recht eine grobe Verletzung des Gastrechtes. Man benötige dringend Rechtfertigungen. Diese lieferte sogleich später das Christentum mit der moralischen Rechtsfertigung, dass alles was im Nahmen des Glaubens und der Bekehrung geschah rechtens war, man denke nur an die Behandlung der Andersgläubigen, der Schwarzen und der Indianer, als Nichtmenschen.

Bischof Wulfila wurde zu einem Pionier des christlichen Gedankengutes. Der Ostgoten-Bischof erfand oder verbreitete die gotischen Schriftzeichen indem er lateinische Buchstaben an germanische Runen angenäherte. Damit gelang es ihm den mystischen Gehalt der Runen in die römische Schrift einzuprägen. Damit wurde die Bibel "germanisiert" gewissermassen bei der herrschenden Schicht der Germanen, salonfähig. Es hatte eine psychologisch, ideologische kriegsführende "Waffe" in der Hand. Er verfasste den Codex Argenteus und er übersetzte die heilige Schrift ins Gotische. Die Wulfila-Bibel ist noch in Upsala aufbewahrt.

Das gotisch-christliche Gedankengut wurde wegen seines arianischen Gedankengutes, welches Christus, analog der islamischen Heiligen Schrift, des Korans, bloss als einen gottähnliche Gestalt annahm, im Konzil zu Nicäa 325 abgelehnt.

Das Christentum wurde zur Rechtsfertigungstheorie derjenigen, die sich taktische und politische Vorteile erringen wollten. Es gab urgermanische Spielregeln des sich Umbringens, des Kampfes, der Kriegsführung. Unter dem Einfluss der Christentums und mit Hilfe römischer Kriegsregeln, der Taktik, wollte Germane nun nicht mehr bloss sterben, sondern den Krieg diesseits gewinnen. Die Voraussetzungen brachten germanisch-römische Doppelbürger in den Norden. Diese mentale Änderung der Mythos und Tabu-Regeln erst veränderte die Landkarte, der Welt ab dem 3. Jh. Diese romanisierten Germanen bildeten die ersten Römer mit germanischem Ursprung. Sie ersetzten die Römer der Paläste-Städte aus Augusta Raurica. Sie wurden zu Vorposten hinter dem Walle gegen die heranstürmenden Germanenstämme. Sie sind die erste Generation Germanen, welche ihre Rechte von den Römern herleiteten. Sie bilden das Deutsche Reich römischer Nation und kirchlicher Legitimation. Mit der Idee des "gerechten" Krieges wurde später eine neue Idee eingebracht, welche den Germanen gestattete diese germanischen, ritterlichen Regeln nicht mehr einhalten zu müssen. Die germanischen Franken unter dem kampfbrünstigen, taktierenden, sich aus taktischen Gründen zum Christen "bekehrten" bzw. zugewendeten Chlodwig verfolgten eine rigorose Machtpolitik, in welcher die Gottheit Christi, als die Gegenreligion zu den Goten, enthalten war. Chlodwig mordete, unter Verletzung des Gastrechts seine Widersacher den Gotenkönig Theoderich in Ravenna während des Essens, seinen römischen Vorbildern folgend, im Jahre 526 nieder. Mit dem militärischen Sieg und Erfolg wurde auch die gotische Mythos-Gattung geweiht, rechtfertigend erschien das Konzil von Nicäa, welches reinwusch: Chlodwig "mordete" nicht, er metzelte nur einen "Glaubensfeind" nieder und das war zulässig, gerechtfertigt! Wer auf der rechten Seite stand, konnte nicht unrecht tun. Was unter den Germanen schlechthin unzulässig war, die normative Gebotenheiten, wurden nun die germanischen zu römischen Spielregeln, nach christlicher Prägung gewandelt und gebraucht. Das Christentum gab der fränkischen Linie ein ideologisches Prinzipat. Gott und das Recht gehörten nur noch einer Gruppe. Die ideologische Linie der Zweischwerter-Theorie war geboren. Die neue soziale Wertskala setzte ein. Der Inhalt der Ethik, der Verhaltenskodex wurde geändert. Das Christentum verlieh nun moralische Stütze und Rechtfertigung. Wie jeder Mythos und jedes Tabu jeder Machtgruppe Rechtfertigung verleiht, wie es vorher geschah, heute geschieht und in Zukunft geschehen wird*. Man vergleiche die islamischen Todesurteile gegen einen Schriftsteller wie Salvadan Rushdi, dessen Roman die religiösen Gefühle eines Gottesstaates verletzte! Zustimmung oder Ablehnung basieren auf unterschiedlichen kulturellen, mythischen und rechtlich-normativen Grundlagen und Tabu's.

Die Franken waren die gelehrigsten Schüler der römischen Verräter-Diplomatie. Chlodwig machte, mit dem Christentum als stählende Rechtfertigung, alle seine Widersacher germanisch gesehen nieder. Germanisch-ethisch war es verächtlich, Mord. Christlich gesehen war es Verteidiger des Glaubens. Statt im offenen Kampf, fand Chlodwig, es den Römern gleichtuend als gerechtfertigt an, durch (germanisch gesehen) Verrat (germanischer Tugenden, Hausrecht, Gastfreundschaft, Gesandtenrecht verletzend) seine gleichrangigen Kollegen anderer Stämme, kurzerhand umzubringen. Chlodwig starb im Jahre 511, 45 Jahre alt. Sein Frankenreich, als feudaler Staat konzipiert, bildete römischem Vorbild folgend Vorbild für die Entstehung heutiger Königreiche, und Staatsgrenzen. Die Franken lehrten von den Römern den Verrat unter Bruch germanischen Kriegsrechtes. Sie beherrschten damit unter Karl dem Grossen Europa. Erfolg und Kriegsglück waren das beherrschende Element jeder kämpferischen Gruppe. Die Franken hatten die Herrschaft mit dem ideologischen Kick der römisch-christlichen Ideologie aufgebaut. Fortan steuerte die Kirche ideologisierend den rechten Staat, sie reagierte mittels Kirchenbann und verlieh ihren Beschützern die Absolution, "Absolution ad absolutum".

Karl Martell (=Hammer) tat es mit dem Segen des Papstes und römischem Vorbild gleich. 746 wurden in Cannstatt die bairischen, alamannischen Fürsten am königlichen Thing niedergemetzelt. Der Schock für die Alamannen, bis in die Innerschweiz war immens. Königliche Machtkämpfe, Brudermord, Gattenmord bis in die Dramen Shakespeares blieben, wie vorher in Rom, nun während 1000 Jahren in Germaniens Gefilden an der Tagesordnung. Die Lieder der Sänger welche diese Geschichte gesangsweise wiedergaben, wurden ebenso der Vernichtung zugeführt, verfolgt, verketzerten. Den Königsmord versinnbildet noch heute das idealisierende Schachspiel. Shakespeare beschreibt die neugermanischen Briten als Meister dieser Machtkunst. Wer kennt nicht die taktischen Ränke der Meister dieses Spieles, um ein Spiel oder eine Weltmeisterschaft zu gewinnen. Ein uns bekannter Kriegsprozess bildete der Bund der Sueben-Schwyzer, welche die schmerzhafte römische Politik und Mörderdiplomatie seit Cäsar am eigenen Leibe erfahren hatten. In Morgarten, Sempach und Näfels suchten sie das Gericht des Kampfes, eher als in feudale Unfreiheit Habsburgs zu verfallen.

Die Innerschweizer Germanen (u.a. Alamannen) hatten seit 746 in Cannstatt die Eigenständigkeit behalten. Die keltischen Sklaven traten sie an die Erben der römischen Franken, an die Habsburger ab. Verwaltet wurden sie, niemand weiss es mehr, fideikommissarisch, durch die benediktinischen Klöstern des Bernhard von Clairvaux! Diese verwalten die feudalen Ansprüche der Habsburger in Europa und der Innerschweiz und liefern die in Armut erzielten Überschüsse den Eigentümern ab. Deshalb schaffte die Schweiz diese Institution in Art. 59 ZGB dann ab, im Zivilgesetzbuch (ZGB) wohlweislich. Soweit Alpenrechte so in den Besitz der Franken-Erben bzw. Nachfolger gelangt waren, wurden diese Allmenden gemeinsam genutzt. Denn es gab gleich-odale! Dies erklärt die heute noch das altrechtliche Prinzip der (nicht-)bestehenden Aufteilungen gewisser Alpen und ursprüngliche historisch bedingte Teilungsverbot.

Gemäss § 13 Abs. 1 SZ-KV kommt solchen Korporationen des kantonalen Rechts zwar Verwaltungsautonomie zu, doch gilt ein grundsaetzliches Veräusserungsverbot. Das Korporationsgut soll als Allgemeingut erhalten bleiben (vgl. EGV-SZ 1987 Nr. 30; Vital Schwander, Veraeusserungsverbot fuer das schwyzerische Genossenvermoegen, ZSR 59, S. 276 ff.). (vgl. EGV-SZ 1987 Nr. 30 E. 4b: Zulaessigkeit der schenkungsweisen Abgabe von Korporationsgut an Gemeinden bejaht).

Die Ausgangslage für die nun "schwyzerisch-suebisch" werdende Eigengeschichte der Innerschweizer Germanen erhielt sich. Sie basiert auf dem gleichem germanischen Recht und ist soweit öffentliches kantonales Recht alt und breitfeudalistisch (demokratoïd) erhalten. Der Freiheits(=Zusammengehörigkeits-)Kampf der germanischen und bis dato unfreien, nichtkorporierten gallo-keltischen Elemente, fand in der Schweiz gemanischem Leten-Schicksal folgend, im 14. Jh. eine freiheitliche Wende. Frei sein hiess: Eigene Korporationen bilden. Wo die Korporation bestand, da waren Freie. Frei sei hiess inkorporiert sein. (Der liberale Gedanke der "Frei"-Seins bedeutet heute nicht mehr dasselbe. Im 20. Jh. bedeutet freisein ungebundensein, ausserhalb dieser Kreise zu stehen, wobei genau diese Kreise diesen liberalen Status noch zu garantieren haben. Die Geschichte der Schweiz bis 1874 muss an der Geschichte der Korporationen und Burgergemeinden analysiert werden. Wer dies unterlässt, versteht die schweizerische Geschichte nie und nimmer. Die Entstehung der Korporationen, Burgergemeinden, der Städte, der Zünfte, verdanken diese den Zuwachs den Kriegen und Eroberungen. Dasselbe Prinzip gilt dem Zuwachs der 3 Urkantone auf die 5, 8 und mehr Kantone. Im Zuerwerb feudaler Rechte wurden die Kampfgenossen der Schwyzer grösser, mächtiger. In dieses Prinzip gehört der Zuwachs der Vogteien der 5 alten Orte, des Thurgau, Rheintal und Aargau. Die ERBEN der Schweiz sind Nutzniesser dieser rechtlichen Lage, geschichtliche Wahrheit? Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Die Verteidigung dieses Erworbenen und die "Neutralität" als ideologische Strategie stellten die Erfolge der früheren Eroberungskriege durch ideologischen Wandel dann sicher, als die Eidgenossen merkten, dass sich Kriege die geschlagen werden, auf die Dauer nicht rentieren. . Die Eidgenossen liessen die Umwelt Ende des 19. Jh. wissen, sie würden niemandem gegen den andern helfen. So wolle man sie in Ruhe lassen. Die Geschichte der "Neutralität" basiert auf der früheren Expansionspolitik einerseits und der sehr späten  "Gleichschaltung" 1878 aller Schweizer Männer (!) im Stimm- und Wahlrecht. Die Korporierten wurden auf das odale Eigentum und das kantonale Recht verwiesen. Art. 59 ZGB, ein BundescGesetz, garantiert den mittelalterlichen Status der mittelalterlichen feudalen, vorbestandenhabenden Strukturen, mit der bundesrechtlichen Einschränkung des Prinzipes der Errichtung neuer inskünfitg vebotener familienfideikommissärischen Stiftung (Überschüss einer Stiftung kehrt an die Familie z.B. Erben zurück). Die alten Einrichtungen blieben privat- oder öffentlich-rechtlich bis heute bestehen.

Schweizerisches Zivilgesetzbuch (SR 210)
Erster Teil: Das Personenrecht
Zweiter Titel: Die juristischen Personen
Erster Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen
F. Vorbehalt des öffentlichen und des Gesellschafts- und Genossenschaftsrechtes

Art. 59

  1. Für die öffentlich-rechtlichen und kirchlichen Körperschaften und Anstalten bleibt das öffentliche Recht des Bundes und der Kantone vorbehalten.
  2. Personenverbindungen, die einen wirtschaftlichen Zweck verfolgen, stehen unter den Bestimmungen über die Gesellschaften und Genossenschaften.
  3. Allmendgenossenschaften und ähnliche Körperschaften verbleiben unter den Bestimmungen des kantonalen Rechtes.

Diese Gedankenbrücke über 1998-506=1438 Jahre, bzw. 1998-350=1648 Jahre germanischer Verfassungsgebung, ist zur Kenntnis zu nehmen und aufzuarbeiten. Deshalb beginnt die Schweizer-Geschichte dieser germanischen (allamanischen) Prägung mit der Völkerwanderung.

Zurück: Erste Einwanderer in das heutige Gebiet der Schweiz, südlich des Rheines, waren germanischstämmige, römische Bürger. Diese ehemaligen, verdienten, germanischen Söldner wurde, auch in der Innerschweiz, Land gegeben. Sie organisierten den Kampf im Dekumatenland, stellten Truppen. Dies war angesichts des Kinderreichtums kein Problem.

Diese Elite römisch-germanischer Doppelbürger, erwarteten ab dem frühen 4. Jh. die Neueinwanderer der INGEN-Gründer, die ab 506 eintrafen. Wenn es in der Innerschweiz in Obwalden keine INGEN-Namen gibt, bzw. in Uri nur in neugerodeten Lagen, gilt es untersuchen, welches Prinzip zur Anwendung gelangte. Nach 746 waren die INGEN Gründungen in merowingisch christlichen Landen ideologisch christianisierend abgeschlossen. Diese wurden nun mit christlichen VILARE-Namen belegt. Spätere INGEN und INGHOFEN-Namensgebungen erfolgten in Nicht-Merowingischen Neusiedlungen. Die archäologische Forschung kann diese Thesen miteinbeziehen und die verfassungsmässigen Überlegungen bestätigen oder ausschliessen.

Entgegen der herrschenden Meinung dringen die Alamannen ab 506 bis an den Genfersee vor, neben die Burgundersiedlungen. Die erst ein paar Jahr hier römerseits (zwangs-) angesiedelten Burgunder ziehen weiter gegen Lyon und Umgebung als Basis. Man findet bis in die Bergen ob Montélimar germanische Dorf- und Siedlungsnamen. Die INGEN-Siedlungen belegen diese grosse Landnahme. Im Gegensatz zu den ersten heimlichem Siedlungen um -100 oder den Foederaten-Siedlungen ab +250, sowie der Landgabe-Siedlung an Germanische-Römische Doppelbürger um 350, kamen nun die allgemeine, große INGEN-Siedlungswelle. Hier stützt sich Hans Omlin zu Recht schon auf Oechsli, Anfänge S. 18. Sie dauerte von 506-746. Sie wurde durch weitere Siedlungen ergänzt, welche in Wellen erfolgte, und meist ebenso friedlich erfolgte, wie die ab 506. Das Bild vom germanischen Barbaren, welche unsere Vorfahren gewesen sein wollen, harrt der Aufarbeitung und will korrigiert werden. Der Begriff des Barbaren entspricht einem Feindbild des politischen früher römischen Gegners, wenn und solange er Sieger blieb und das Sagen hatte. Wesentlich erscheint, dass die Besiedlung ab 506 foederatenmässig und nicht überfallsartig einsetzt. Grundsätzlich handelt es sich um Neusiedler des neuen 6. Jh., welche neu roden und keine altrechtlichen Besitzesstände der ersten Römer-Germanen tangieren. Die römischburgerlichen verdienten pensionierten Legions-Germanen erhielten die keltischen Einwohner und die römischen Aufgaben übereignet, als die Römer sich im 4. Jh. zurückzogen. Hier setzt der legitimierende Mehrwertanspruch der ersten Romano-Germanen ein, der sich in den Franken vervollkommnen sollte. Der römische Staat deutscher Nation wird aus dem Doppelbürgerrecht der Germanen in römischen Diensten abgeleitet. Die "Welschen"  (Kelten) werden zu Eigentum dieses Standes. Mit dem Verschwinden Roms, wird die Verfassung Germanisch, die Legitimierung bleibt römisch. Die Welschen und anderen römischen Leten machen im Verhältnis den 6-8-fachen Teil der bis 1315 vorherrschenden Bevölkerung aus. Das Fehlen von frühen INGEN-Namen in der Innerschweiz auch in Obwalden belegt, dass hier die Besiedlungswelle von 506 nicht einbrach.

Das ganze Dekumatenland setzte sich anfangs des 5 Jh. bis in das Gebiet des (A)LéMAN und oberwallis in Bewegung. Die bisherigen altrechtlichen Germanen-Römer, welche in der Innerschweiz stark vertreten waren, blieben als Rechtsnachfolger, bzw. Rechtsinhaber und Verwalter des Römererbes bis 746 stark vertreten. Erst ab 1315 fand die Ablösung dieser Kaste der Primi, durch die ehemaligen im Kampfe freiwerdendenden Leten statt, durch die neue Freiheit der Gekämpfthabenden. Dies ist in Obwalden zu beobachten, auch dessen Zurückhaltung beim Bundesbrief . Obwalden hat ab 1315 vorübergehend plötzlich zwei Stände. Den alten und der Stand aller neuen Freien. Deshalb setzen nun Neubildungen von Korporationen ein. Omlin stellt fest, das Kloster Engelberg, durch seinen Abt habe in Obwalden fast keine Besitzungen und verkaufte wichtige am 30.4.1370 an Ulrich von Rüdli und Klaus Wirz*. In Wirklichkeit handelt es sich um den Vollzug der neuen Ordnung um langsame Enteignungen, auch eines Teils von Kaiser Barbarossas ehemaligen feudalen Fruttalpen vom Kloster Engelberg.

Den Dritten Stand bildet Nidwalden. Die Germanen-Römer finden sich mit dem gleichen Status wie die Franken im Pariser-Becken. Sicher gibt es noch mehr davon, soweit die Römer sich zurückziehen konnten. Das Bündnis dieser Rom-Germanen ist die älteste Form des Bundes (Foedera) und identisch mit einer Art Gleichberechtigung innerhalb dieses Standes und wird später zum Begriff der Reichsunmittelbarkeit, wenn es darum geht, die Unterwerfung seit 746 zu des Typus Cannstatt zu umschreiben

Der Einflussbereich der allamanischen INGEN-Germanen erstreckt sich in dieser zweiten grossen nichtrömischen Germanenwanderwelle bis an den (A-)Léman, d.h bis an Einflussgebiet des späteren Karl des Kühnen. Die burgundische Besiedlung konzentriert sich um Lyon und bis an den Léman. Eine Rückbesiedlung findet erst ab dem 15./16.Jh statt, ins damals deutsche Unterwallis und bis nach Freiburg. Dies als Folge der Verbündung Berns mit den Herzögen von Savoyen, im Jahre 1291. Savoyen erben vom Siegsglück der Eidgenossen und nicht nur im Gebiet der heutigen Schweiz. Ihr Einflussgebiet überzieht das heutige Norditalien, was sich im Kloster Fruttuaria wie in allen anderen Benediktiner-Stiften bemerkbar machte.

Gruyère hiess bis ins 17./18. Jh. Noch deutsch: GRIERS, Mendrisio: MENDRAS. Die flächendeckende Besiedlung durch die Alamannen, der Suisse Allemande ereignete sich ab 1.1.506, als offenbar die Verträge mit Rom und der gefrorene Rhein den Übertritt nach Helvetien in rauhem Volks-Massen erlaubten. Oben im Norden drängten gerade die ihrerseits verjagten Protobulgaren gegen die Franken zurück an die Norddonau. In Graubünden lebten Reste etruskischer Bevölkerungen. Im Süden leben und bestimmen gotische und langobardische Germanen. Noch im 16.Jh. lauten die meisten Ortsnamen in heutigen französischen und italienischen Schweiz germanisch (=deutsch). Daneben leben in der Innerschweiz starke, sich selbstgenerierende Volksreste suebischer erste Germanen als Vorfahren, (Fara = Wanderung, Vorfahren, Vorwanderer)*. Der Verfasser ist überzeugt, dass sicherlich Schwyzer und Oberhasler, auch Obwaldner, Urner, Luzerner, Thurgauer, Aargauer), schon seit -100 v. Chr. Gewisse Teile der Schweiz bewohnten, schon vor den Germano-Römern. Schön Sie mögen Foederaten-Status gehabt haben. Hier fehlt in der Schweiz eine konsequente archäologische Forschung oder die Veröffentlichung von Auswertungen, welche unter Verschluss gehalten oder nicht ausgewertet werden und weder veröffentlicht und schon gar nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Daran ist aber auch die erstaunliche Interesselosigkeit des Schweizers für seine Geschichte schuld. Seit 1971 arbeitet eine Gruppe um Prof. W. Meyer an der archäologischen Aufarbeitung im Bereich alpiner Wüstungen. Andere germanische Gruppen deren Herkunft nicht durch Sagen bekräftigt werden sind, hielten sich sicher schon im Gebiete der Schweiz auf. Ihre Gräber sind im Raum von -100 bis etwa 300 Urnengräber, ab dann übernahmen auch diese die fränkisch, wieder (neu-) eingeführten (im fränkischen Raum beginnender) Reihengräber. Diese finden sich im Gebiete der Schweiz, auch in z.B. in Obwalden zahlreich. Klarerweise deuten Beigaben auf eine germanische Vorbevölkerung hin! Für Obwalden ergibt sich im 19 Jh. die Lage, dass solche archäologische Funde keineswegs in die Ideologie der katholisch-konservativen Pius-Bewegung und deren Bestrebungen um Heiligsprechung des Richtergermanen Niklaus von Flüe hineinpassten. Im September 1877 fehlte immer noch der Nachweis zweier Wundertaten*.  Das dritte Wunder des Vorfahren des Verfassers kam nie zur Anerkennung. Wir könnten hier sicherlich den Stoff für einen neuen historischen Kriminalroman finden.

Die Nachfolger der Kelten bewohnten seit -54 die Schweiz, als Leten der Römer, teilweise der angesiedelten germanisch-römischen Föderaten, wie die Franken oder die Burgunder zwischen Genf, Savoyen und Lyon. Sie wurden sicherlich zumindest teilweise von den germanischen Sueben mehr und mehr für Rom mitverwaltet. Es war seit Cäsar, dann aber seit Augustus Taktik der Römer, teile der besiegten oder unbesiegbaren Germanen foederatenmässig hinter dem Limes, also z.B. in der Innerschweiz anzusiedeln. Sie wurden zu verdienten römischen Bürgern-Kriegern. Nur Freie Römer konnten Krieger sein. Bei den Germanen war dies gleich. Hier liegt denn auch die Quelle unserer Wehrpflicht. Germanischer Kinderreichtum garantierte den römischen Feldherren ein Potential Krieger, das sie gegen die jenseits des Limes Wohnenden Germanen einsetzten. Im Kampf zu Sterben war für die Germanen erstrebenswert normal. Mit dem Weggang der Römischen Besatzer-Garnisonen um 350 übernahmen diese ROMO-Germanen die entsprechenden Aufgaben. Die eigentlichen Römer-Kultorte vergammelten, nicht aber der letimierende römische Einflussbereich. Diese ROMO-Germanen betrachteten sich als die wahren ERBEN Roms. Die INGEN-Wanderung gliederte sich an diese an. Die ROMO-Germanen, etwa die von Einwyles zu Obwalden, wurden als Führungselite im 14. Jh. abgelöst, als sie in der Landsgemeine plötzlich von Neuinkorporierten zahlenmässig überstimmt wurden. Die Qualitäten der Stände in Obwalden belegt der ursprüngliche Dreistände-Status, der im Unterhalt zu 2/3-Anteil der Obwaldner im Turm zu Stansstad belegt ist.

Die keltischen Leten waren unter den ROMO-Germanen ungleich "freier" gehalten als die römisch verwalteten. Kelten und Germanen schmolzen schon in anderen Gebieten kulturell zusammen. Keltische Mystik mag als Aberglauben gegolten und das germanische Sagen geherrscht haben. Die germanische Götterwelt blieb bestimmend. Wenn erste christliche Teile auftauchten, so kamen diese bis 350 über die römischen Einflüsse. Die zweite Christianisierungs Besiedlung folgte der INGEN-Wanderung, allerdings erst ab 746. Diese kam von Norden gen Süden, ausgerechnet aus Irland, dies aus gutem erklärbarem Grund.

Dieses Völkergergemisch bzw. der jeweilige Status aus den verschiedenen Einwanderungswellen sollte für die Entwicklung in der Schweiz bis heute entscheidend bleiben. Bevor aber eine Ruhe und ein Frieden zwischen den Gruppen im heutigen Sinne einsetzte, musste allgemeiner Wohlstand eintreten, und, die Not und der Druck von aussen (Krieg, Einwanderer, "falsche" Asylanten= Völkerwanderer) abnehmen oder unter Kontrolle bleiben. Die Schweiz lebte auch ihre "baltischen" Verhältnisse in den Religionskriegen, Saubannerzügen, in den Kolonien der Innerschweiz, in der Enteignung der Klöster, welche als eigentliche Gebietspender der Schweiz anzusehen sind. Wenn 746 den ROMO-Germanen, die Kelten und deren zugeordneten (z.B. Alp-) Rechte) in Cannstatt weggenommen worden waren, so holte man sich ebendiese im 14. Jh zurück. Gewinner waren die Unfreien. Nebenfolge dieser Kämpfe war, dass diese "Kelten" durch Kampf, germanischer Verfassung gemäss "frei" wurden. Die Folge sind die neuen Korporationen-Bildungen im 14. Jh. Interessant ist diesbezüglich Kerns. Da dieses 746 enteignete Land bei den Klöstern lag, holte man es sich dort ab dem 14. Jh. zurück. Deshalb kommen die Kirchleute zu Kerns zu Alpenland, welches das Kloster Engelberg verkaufte (vgl. Teil III).

Rund 80% des schweizerischen Gebietes holten sich ehemalige Kelten und Germanen von den früheren Odal-Kollegen den Franken und Merwingern 746 in Cannstatt  "gestohlenes" Landes zurück. Ging es jeweils "friedlich" zu, so nur weil jeder Widerstand zwecklos schien, oder, weil das Kräftemass der Parteien nicht zu Lasten Dritter aufgehen konnte, weil ein Ungleichgewicht der Kräfte herrschte. Widerstand bedeutete die Selbstzerfleischung den sicheren Untergang. Die Klöster hatten nach Ende des 14. Jh. die Kastvogtei der siegreichen Eidgenossen. Diese setzen die Äbte ein. Diese verkauften ihnen, d.h. sich selbst, das Land. Das System war (und blieb bis heute) in den Schweizer Alpen breiten-feudal. Die neuen Sieger wurden frei und bildeten neue Korporationen. Dies alles benötigte legitmierende Zeit und Mythengeschichten, welche die rechtlichen Un-Taten, von Richter Niklaus von Flüe wohlerkannt, rechtfertigen sollten, so im Weissen Buch zu Sarnen. Niklaus zog sich wohlweislich in den Ranft zurück, sein Leben war gefährdet. Als Eremit, in  der freiwilligen Verbannung, konnte er geschützt werden. Davon spricht heute niemand mehr.

Mit den Söldnerdiensten in allen grossen Königshäusern festigten die Eidgenossen nicht nur ihren Geldbeutel, wurden sie nicht nur die "überschüssigen" Jungen los. Dies war damals kein Drama. Kamen diese früher in die Walhalla, sorgte sich das Christentum im Himmel für einen guten Platz, gerechte Sache vorausgesetzt. Diese Gewissheit ist allen Religionen gleich, auch im Islam.   Wofür lohnt es sich zu sterben wenn nicht für ewiges Leben?  Söldnerdienste sicherten eine gewisse politische und finanzielle Unabhängigkeit. Der jeweilige Pakt zwischen gleich-berechtigten Herrschenden, sicherte für die Kriegsspiele menschliches Material, die Anführer der schweizer Brigaden sicherten sich Vorteile, Reichtum und Ansehen im eigenen Lande. In Obwalden beschloss die Landsgemeinde über den fremden Kriegsdienst. In den Krieg ziehen war ein Unternehmen. Betrieben wurde es von den angesehenen Führern. Siegen bedeutet Reichtum, Niederlage Schande.

Das spätere Gleichgewicht der Söldnerbestände bedeutete eigentlich schon eine Art: Bewaffnete Neutralität, mit Söldnern in allen Heeren der Herrschenden. Statusmässig waren die Innerschweizer gleichrangige ROMO-Germanen. Als römische Erben waren innergermanisch die fränkischen Germanen und deren Eben bis hin zu den Habsburgern: Frank und Frei sei hiess und heisst: Wie ein Franke offen reden zu können ohne schaden zu nehmen, und frei zu sein hiess: Kraft gleichen, althergebrachten germanischen Rechtes, teilweise abgeleitet von den Römischen Foederaten-Verträgen, nach den Prinzip des Alters und des jeweiligen Inhaltes schalten und walten zu können. Es galt im germanischen Frankreich bis 1798 ebenso, wie in den Bündnissen der Innerschweiz!

Die germanischen Burgunder wurden 395 von den Römern mit einem Foederaten-Vertrag im Raum Genf und Savoyen (zwangs-)angesiedelt. Oberhalb von Thonon bis weit runter in den Süden wimmelt es in jeder höheren Lage nur so von germanischen Flurnamen (-gny=ingen). Sie kamen sicher gerne in den neuen Raum. Germanenmässig erholten sie sich innert 10 Jahre zu voller völkischer Stärke. Mit dem Nachrücken der verbündeten Alamannen um 506 zogen die Burgunder weiter gegen mit Lyon als Zentrum ein. Savoyen blieb burgundisch, mit dem (A)Léman als Stammes und Seegrenze. Seit 1291 tragen sie das schwyzer Zeichen, als Sinnbild der Verträge via Bern 1291. Sie zogen nur gerne weiter nach Süden, den Alamannen Platz machend, bis hinunter nach Montélimar.

Später tritt uns der Burgunder Karl der Kühne als erfolgreicher Odalnehmer in seinen Feudalbestrebungen entgegen. In den Berggebieten oberhalb Montélimar findet sich noch heute manch germanischnamiges Burgunderdorf. Die Burgunder grenzten sich gegenüber den Wisgoten ab und gegen die Franken im Pariser-Becken. Die Kämpfe der nachwachsenden Jungen gingen wacker weiter. Walhalla oder der Himmel waren begehrt. Die Sachsen drängten im Nordosten nach, aus dem Bereich westlich von der aufgehenden Sonne.

Die Alamannen eröffneten die INGEN-Grenzüberschreitung in unser Gebiet. Sie nahmen 361 Augsburg ein, wurden zurückgeschlagen. Der Kampf ging weiter. Rom wurde germanisch. Ihr Vormarsch ging bis an den Rhein, den sie, zugefroren, in der Nacht vom 31.12.405, auf dem 1.1.406 friedlich überschritten. Die zahlreichen auf INGEN endenden Niederlassungen und Höfe in unseren heutigen Grenzen der Schweiz zeugen von diesen Sippen. Sie trafen im Elsass die Sueben des Jahres -100 an. Hier die ROMO-Germanen, deren Rechte respektiert wurden. Bezeichnend ist, dass keine INGEN-Namen, Siedlungsnahmen der 506 Einwandernden, in der Innerschweiz anzutreffen sind (ausser in Uri). Dies bedeutet, dass die Einwanderungen in Obwalden früher stattgefunden hatten. Die Vilare-Namen deuten auf christliche Gründen ab 746 hin, als die Germanische Rune "NG"(=ing) "Sippe des", christlich tabuisiert wurde. Vilare-Namen deuten auf fränkisch gesteuerte Gründungen hin. Die Grabbeigaben werden heidnisch und auch christlich gefunden. Man fand Werkzeuge mittels derer ein Kreuz und ein Thorhammer gleichzeitig gegossen werden konnte. Es herrschte eine heidnisch-christliche Dualität, welche in der germanischen Weltanschauung fusste, wonach das Christentum die Germanenwelt nahtlos ablösen sollte.

Die Langobarden setzen sich Mitte des 6. Jh. in der Po-Ebene, der heutigen Lombardei fest. Ihr Einflussgebiet ging bis ins heutige Tessin. Die Sagen der Oberhasler und der Schwyzer* fügen sich, von den Geschichtsforschern der Schweiz unerkannt, lückenlos in die Geschichte der Völkerwanderung und der hilfreichen Darstellungen eines Pörtners*. Dieser schildert den Umgang der Römer mit "Schweizern" und andern im 3./4. Jh. Es fehlt nur noch die Aufarbeitung und die archäologische Beweisführung. Die übrigen geschichtlichen Hilfswissenschaften sind gefragt. Der Rechtshistoriker ist berufen, den verfasssungsmässigen Hintergrund zu liefern. Diese Thesen sind dazu da ein mögliches verfassungsmässigen Gebilde für das Verständnis heutiger Realitäten rechts-historisch zu erklären. Diese Arbeit stösst deshalb auch rechtshistorisch in Neuland vor, ohne den Anspruch zu stellen, alles nun lösen zu können. Es geht vielmehr darum Theorien zu entwickeln, welche bei der Arbeit behilflich sein können, die entweder richtig oder falsch oder einfach anders richtig oder anders falsch sein können. Wichtiger ist die Auseinandersetzung als die feststehende Meinung.

In Spaniens Norden finden sich seit -200 Suebenstämme, vermutlich gleich alt wie die Sueben von Schwyz. Die rote Fahne, bzw. die rote Kriegsfahne überhaupt, zeugt auch bei den Schwyzern als Überbleibsel für die rote Farbe, mit welcher sich die Krieger Haut und Haare vor dem Einsatz rot bemalten. Der ursprüngliche Grund lag darin, dass der Gegner nicht sehen sollte, wenn er verletzt und blutüberströmt war. Zu sterben war für Germane kein Problem, Walhalla und im Christentum, (analog Islam) der Himmel dankte als Belohnung.

Viele Schweizer fragen sich woher das weisse Schweizer-Kreuz in unserer Fahne stammt. Das weisse Reichskreuz erhielten die Schwyzer als Verlegenheitslist von Rudolf von Habsburg 1245 in Besançon. Nach dem Husarenstreich der nächtlichen Stadteinnahme auf die rote Fahne geheftet! Die Schwyzer hefteten es fortan demonstrativ an die sonst blutroten Fahne. Sie erinnerten damit, wie wir wissen vergeblichst, Rudolf I. an die überfällige Erneuerung ihrer Päkte. Der Inhalt des Paktes konnte erst gewaltsam gegen Leopold erneuert werden, im Krieg, 1315. Pacta non sunt servanda. Pactae mussten bei Germanen mit jedem Erben oder Rechtsnachfolger immer erneuert, oder, blutig durchgesetzt werden. Das ist germanisches Recht! Deshalb waren die Innerschweizer gegen Leopold 1315 im Verzug, d.h. im Zugszwang. Ein Herrscher war bereits übersprungen. Deshalb wurde 1291 noch lateinisch "gebundesbrieft". Die feudale Regel drohte mit Rechtsverlust. Regelte man die Angelegenheit nicht sofort, drohte der Verlust der althergebrachten Rechte. Hier liegt der Anlass für die kriegerischen Ereignisse des 14 Jh. Wenn die Schwyzer vorprellten, so weil sie an ihre Rechte glaubten und die Bedrohung durch die Habsburger wohl brennend war. Auch waren die Schwyzer vorgeprellt, als sie den Abt von Einsiedeln, Vertreter der weltlichen Macht des Habsburgers,  einfach entführten und - ermordeten. Die Schwyzer reagieren besonders empfindlich auf die Ansprüche des Klosters Einsiedeln. Die Urner hatten Probleme mit ihren Alprechten mit dem Kloster Engelberg und reagierten. Ihre eigenen altrechtlichen suebischen Rechte gehen auf die römische Vorzeiten und Privilegien ab aus dem Jahre 200 zurück. Der habsburgische Feudalismus bedrohte diese zwischen 1250-1315.

Die Eigenart unserer heutigen Kultur entstammt aus und fusst in einer fortentwickelten, überwiegend germanisch romanisiert-keltischen, vorrhätischen (ab -400 etruskischen) Bevölkerung. Wegen der eigenständigen klein-feudalen breiten Entwicklung ab 1315, finden sich die überwiegenden germanisch-alamannische Spuren sich unschwer vorerst in der Suisse-Allemande, also in der deutschen Schweiz, mit feudal dezentralistischer Prägung. Germanisch-burgundische Teile finden sich im Gebiet der heute französischsprachigen Schweiz und bis in die Haute-Savoie, mit feudalzentralistsichen Elementen. Die sprachliche Veränderung, Anpassung im Süden, Spanien, Frankenreich, änderte nichts am germanischen Verfassungsrecht, wie Monteqieu zu recht festhielt. Es war schon damals "fürnehm" und kulturell mehr besser, römisch-gallisch zu sprechen.

Die starke Rückwanderungsbewegung gegen Norden, der burgundischen Savoyarden ist für die späte (ab 17.Jh) Romanisierung diesseits des Lémans verantwortlich zu machen. Die Bedeutung des Lémans als Grenze zu den Allemands muss heute wiederentdeckt werden. Wichtig für diese Theorie ist etwas die Geschichte Allaman (PLZ:1165). Diese Bewegung ist noch heute nicht als abgeschlossen zu betrachten. Sie ist das Ergebnis der Bünde Berns mit Savoyen seit 1291 und des Sieges über Karl den Kühnen durch das Bündnis. Savoyen nahm die ihnen zustehenden Rechte als Anteil des ERBES zurück. Bern konnte sich aus bündnistreue ebensowenig dagegen wehren, wie gegen den Freikauf Ihrer Unfreien aus der Burgunderbeute als Ergebnis der Tagsatzung zu Stans (Stanser-Verkomnis). Dieser Vollzug alten ungeschriebenen Verfassungsrechtes zeigt das Funktionieren des Bundes auf und die Verfassungstreue der Eidgenossen.

Germanisch-Langobardische Elemente finden sich im italienischen Tessin und in der ganzen Lombardei. Germanisch-Etruskisch-Rhätische Spuren, die Reste des ehe-mals römischen Konföderaten-Walles (Ost-Limes) gegen andere Germanen in Graubünden, welches ab dem 14./15 eine spätgermanische Walsereinwanderung hinnehmen musste.

Der Grad der Durchmischung mit romanisierter Bevölkerung ist entscheidend für die seitherige kulturelle, vor allem der sprachlichen Entwicklung. Romands welche ihre germanische Teilherkunft hören, werden den Kultur-Schock des germansichen Erbes mit den eigenen Forschern und denen von Toulouse/F teilen können. Den Deutschweizern wird es nicht besser gehen, weil sie die eigene Geschichte erst mühsam aufarbeiten müssen, was durch die Nähe der kulturellen Standorte (bzw. der lieblichen selbstlobenden und zahlreichen Sagen und Mythen) äusserst schwierig sein wird.

Angesichts der zahlreichen germanisch-wisigotischen Siedlungsnamen, sei für Südfrankreich nur Albi/F genannt. Aus dem staunenenden Minimisieren in Schadenbegrenzung beim Abbau kultureller Mythen, hilft das blosse Negieren (es kann nicht sein, was nicht sein darf) der Evidenzen nicht weiter. Auch die französischen Forscher bekunden Mühe, ihren Einwohnern zu sagen, dass nicht Asterix der Gallier die Römer besiegte, sondern die Germanen. Und sie sagen noch weniger, dass die Gallier seit -53 politisch  besiegt waren.  Asterix bleibt, was sein Name sagt. Er ist gewissermassen das Buchzeichen in der römischen-germanischen Geschichte, ein interkultereller Bedeutender, politisch ein "Lete" seit -53 und erst seit 1798 wieder zunehmend bedeutend. Es geht dem Franzosen oder Spanier und langobardischen Italiener gar  nicht anders als hierorts den kultur- und erziehungsgeschädigten humanisierten, renaissancierten Forschern, welche sich  zu wenig "wertfrei" machen können um hypothetisches Distanz für die wissenschaftliche unbequeme Arbeiten ausführen zu  können.

Seit 1997  wurden wisigotisch-germanische Gräber in Südfrankreich archäologisch erforscht und totgeschwiegen. Im kleinen Museum in Agde gibt es ein  (!) kleines Wisigotenkreuz. Die These, der Mythos, alle Franzosen seien Kelten und Söhne Asterix', dürfte schon bald gründlichst revidiert werden. Der Wunsch kein Germane sein zu wollen ist heute weitverbreitet. Scheinbar haben Germanen wenig sympathisches an sich, oder doch? Es ist höchste Zeit unseren kulturell-politisch massgebenden Vorfahren, den Germanen neben den Kelten positive Seiten abzugewinnen, wollen wir uns selber weiterhin sympathisch finden wollen! 


Germanische (x) und gallo-römische Flurnamen (·) in ALBI Süd-Frankreich

Eine ähnliche Durchmischung der keltischen und germanischen Flurnamen finden wir in ganz Europa, also auch in Schweiz. Viele Namen und Bezeichnungen wurden als Lehnwörter germanisiert. Das Verhältnis 7:1 entspricht dem Verhältnis 1 Germane auf Sieben Untertanenhöfe.

Aus Mangel an Forschung werden aus namenskundlichen Ableitungen oftmals Datierungen versucht. Sicher unzutreffend ist, dass die z.B. die einwandernden Germanen in Obwalden z.B. erst um 700 erreichten. Es wurde weiter oben dargelegt, weshalb um nach 500 die Innerschweiz nicht (nochmals) überstark  besiedelt wurde. Immerhin gibt es  Ingkofen-Namen wie Bizikofen (Sarnen). Diese deuten auf neue Landname nach 746 hin.  Seit 350 die Romano-Germanen (statusmässig gleich wie die Franken) schon längst da. Karte Europa um 5'00. Die starke romanische, d.h. an die Römer angepasste Bevölkerung, deutet auf die früheren germanischen Siedler hin, die sich Gallokelten hielten. Diese Gallokelten (die keltisch =Von Rotz, was zu Deutsch von Flüe heissen würde!) profitierten im 14 Jh von den Freiheitskriegen. (Kampf und Sieg macht frei). Davon handelte das Stanser Verkommnis. 

Die INGEN Siedler des frühen 6. Jh. brachten ihre "Sklaven", besser Gesagt Anwärter auf Freiheit selber mit. Es war keine Schande Lete eines Germanen zu sein. Die Freiheit war immer nahe. Aus dem Grundsatz der Kontinuität der Besiedlung lebenswerter Räume, als Arbeitshypothese, ist zu postulieren*, dass die Besiedlung unseres Lebensraumes durch Germanen, wie in ganz Europa (Spanien) ab -100 einsetzte. Im ganzen Germanenland wurden eben diese Kelten in die eigene oder römisch übertragene germanische Leten-Pflicht aber auch Rechte genommen. Eine Lete war nicht einfach Sklave. Sein Status war besser als bei den Römern.

Die Germanen lösten um 350  vielerorts   die Römer nahtlos ab. Dieser Zustand dauerte von 350 bis und dann von 406 bis 746. 746 lösten die Franken diese ehemals romanisierten Kelten als Kriegsbeute aus dem alamannischen, burgundischen, wisigothischen bzw. aller Besiegter Primi inter Pares aus dem römischen Pflichtenheft. Die INGEN Germanen waren secundi praeter primi=zweitrangig. Dies war eine Folge des Endsieges der Franken über ihre Brüder.

Einzige teilweise 746 Verschonte blieben wohl die ROMO-Germanen. Denn auch die Franken brauchten allerorts Freunde. Die Benediktimner waren noch nicht erfunden, das kam später Diese treffen wir, neben den Erben der Franken auf den Alpen der Frutt als gleichberechtigte Alpinhaber von Friederich Barbarossa, der ehemals einheitlichen Melchsee-Frutt Alpen an. Einen Teil der Rechte, wohl die Selbstmitgebrachten und seither Eroberten, liess man diesen gleichwertigen ROMO-Germanen. Die weitaus grössten feudalen Teile gingen als Famileinfideikommisse an die Haus-Meier, dann die Klöster. Oftmals waren es aber nur Lehnteile, welche einem anderen Kloster gehörten, zu, Beispiel St. Blasien und welche die ROMO-Germanen dann ersassen. Viele Theorien sind als Arbeitsmodell möglich. Die Vielfalt wird es nicht einfacher werden lassen.

Zufolge der Besiegung sämtlicher germanischer Stämme und der von Ihnen jeweils kleinfeudal beherrschten überwiegend gallo-keltischen Leten herrschten die Erben der Franken, die Merowinger ab dem Gerichtstag von 746 über rund 80-90% der ehemals romanisierten Bevölkerung Europas. Die Franken liessen die wisigotischen, burgundischen, alamannischen, bairischen, sowie alle übrigen rund 10-20% Freien Germanen "frei". Ihre von den Römern geerbten Leten-Arbeiter, die Grundlage des Reichtums und die diesbezüglichen Alpen, als Teile von Rechten, fiel als Gerichtstagsbeute an die Erben der Franken.

Die Römer hinterliessen in ganz Europa und in der Schweiz, ein mit der wirtschaftlichen Bedeutung der heutigen Autostrassen vergleichbares Strassennetz. In der Peutingerschen Tafel, einer mittelalterlichen Kopie einer römischen Strassenkarte im Format 7 Meter auf 30 cm, finden sich die Strassenverbindungen von Konstantinopel bis nach Irland. Die Karte stellt eine Zeitaufnahme vermutlich vor 200 n. Chr. dar, denn die 1993 entdeckte römische Transjurassienne bei Sonceboz /Tavannes fehlt darauf*.

4.4.2004-1444 Uhr


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